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Hohe Spritpreise: Fährst du mit der Bahn, sparst du bis zu 3.700 Euro im Jahr

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Von: Christian Kisler

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Montage: ein City Shuttle Regionalzug, eine junge Frau in einem Zugabteil
Vom Auto in den Zug umsteigen ist nicht nur gut für Umwelt, sondern auch für das Geldbörsel. © Willfried Gredler-Oxenbauer/Johanna Schlosser/APA-PictureDesk/BuzzFeed Austria

Die Spritpreise steigen, der Umstieg von Auto auf Bahn macht sich auch im Geldbörsel bemerkbar. Besser hätte das Timing für das Klimaticket nicht sein können.

Ach, wie angenehm es ist, mit der Bahn zur Arbeit zu fahren. Man sitzt gemütlich, kann erste berufliche Dinge erledigen, etwas lesen oder einfach die vorbeiziehende Gegend auf sich wirken lassen, während man seinen Kaffee aus der Thermoskanne schlürft und sich mental auf den Job vorbereitet. Wie so oft sieht die Wirklichkeit für die meisten allerdings ein bisschen anders aus. Denn mittlerweile sind Züge nicht nur zu Stoßzeiten oder zu Ferienbeginn überfüllt. Wer nicht im Vorfeld reserviert hat, muss mitunter gar den Waggon verlassen - trotz gültigem Ticket. Das betrifft vor allem längere Strecken.

Wer pendelt, kennt diese Probleme womöglich weniger, jedenfalls nicht in diesem extremen Ausmaß. Auch hier haben die Fahrgastzahlen zugenommen. Wer außerdem beispielsweise von Amstetten nach St. Pölten mit der Bahn in die Arbeit fährt, spart sich neuerdings einen Haufen Geld, nämlich bis zu 3.700 Euro im Jahr. Warum aber erst neuerdings? Das hat vor allem zwei Gründe. Zum einen wegen des am 26. Oktober 2021, dem Nationalfeiertag, eingeführten Klimatickets, das es in mehreren Varianten gibt. Mit dem sogenannten „Klimaticket Region“ können in ganz Niederösterreich und dem Burgenland ein Jahr lang alle öffentlichen Verkehrsmittel genutzt werden, also Bahn, Bus und was sonst noch zur Verfügung steht. Dabei kostet es lediglich 550 Euro.

Bahn fahren wirkt und ist günstig - sehr günstig sogar

Zum Vergleich: Fährst du die 76,2 Kilometer von Amstetten nach St. Pölten kommst du bei dem durchschnittlichen Verbrauch von Niederösterreichs Autos und den aktuellen Spritpreisen nicht weit. Um 550 kannst du nur etwa 4.050 Kilometer zurücklegen, für besagte Strecke geht sich das also lediglich rund 53 Mal aus. Hin und retour also nicht einmal ein Monat. Dabei sind Anschaffungs- und Erhaltungskosten eines Fahrzeugs noch nicht inkludiert. Eine andere Variante des Klimatickets bezieht Wien mit ein, dann beläuft es sich auf 915 Euro. Pendelst du mit dem Zug von Mistelbach in Niederösterreich in die Bundeshauptstadt, sparst du gegenüber dem mit einem Auto zurückgelegten Weg 2.500 Euro im Jahr. Auch nicht schlecht.

Der andere Grund, warum Bahnfahren gegenüber der Nutzung eines Autos für die gleiche Strecke derzeit so viel günstiger ist, liegt an den gestiegenen Spritpreisen. Warum das so ist, ist hinlänglich bekannt: wegen des Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine, seit knapp vier Monaten bereits. „Noch nie in der Geschichte der zweiten Republik hat sich der Umstieg vom Auto auf den Öffentlichen Verkehr finanziell so sehr ausgezahlt wie heute“, erklärt Michael Schwendinger vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ). Doch schon vor der galoppierenden Inflation und Teuerungswelle, war die Bereitschaft vom Auto auf die Bahn zu wechseln groß, zumindest in Niederösterreich. 51 Prozent der dortigen Fahrgäste gaben an, dass sie Strecken, die sie früher mit dem Auto gefahren sind, nun mit der Bahn zurücklegen.

Das Geldbörsel freut sich, die Umwelt atmet auf

Nicht unwesentlich ist außerdem der Ausbau von Park-and-Ride-Parkplätzen, um überhaupt leicht zum jeweiligen Bahnhof zu gelangen. „Wichtig ist zudem, dass die Bahnhöfe gut mit dem Fahrrad erreichbar gemacht werden. Viele Autofahrer:innen sind auch Radfahrer:innen und können sich einiges an Geld sparen, wenn sie mit dem Fahrrad statt dem Auto zum nächsten Bahnhof fahren können“, so Schwendinger. Nicht nur das Gelbörsel freut sich über einen Umstieg von PKW auf Schiene, auch die Umwelt atmet auf, wie Schwendinger weiß: „Zusätzlich werden dadurch rund 290.000 Tonnen CO2 vermieden, was ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz ist. Die Reduktion des Spritverbrauchs hilft uns sowohl im Kampf gegen die Teuerung als auch gegen die sich verschärfende Klimakrise.“

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