1. BuzzFeed.at
  2. News

Video: Pro-russische Kundgebung in Wien erlaubt, ukrainische Anhänger:innen von Polizei entfernt

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Johannes Pressler

Kommentare

Fotomontage von links einer ukrainischen Fahne auf dem Stephansdom mit der Aufschrift „Stop War“ und rechts einem Screenshot von einem Video von der por-russischen Kundgebung.
In Wien fand eine pro-russische Kundgebung statt. Ukrainische Anhänger:innen wurden hierbei von der Polizei entfernt. © Helmut Fohringer/APA-PictureDesk/Screenshot Twitter @InfoResist/BuzzFeed Austria

Am Wiener Stephansplatz fand eine pro-russische Kundgebung statt. Ein Video zeigt, wie Menschen mit ukrainischen Flaggen von der Polizei aufgefordert wurden, den Bereich zu verlassen.

Der 9. Mai gilt in Russland als „Tag des Sieges“ und soll an das erlösende Ende des Zweiten Weltkriegs erinnern. Rund 350 pro-russische Menschen nutzten am vergangenen Sonntag diesen Anlass, um sich am Stephansplatz zu versammeln. Porträts von Kriegsveteranen wurden in die Höhe gehalten - in Angesicht des immer noch andauernden russischen Angriffskriegs auf die Ukraine eine Aktion, die Anhänger:innen der ukrainischen Seite so nicht stehen lassen wollten und mit eigenen Sprechchören in der Wiener Innenstadt antworteten. Die Polizei bemühte sich, die Situation zu deeskalieren, hinterließ jedoch dabei - zumindest optisch - einen unglücklichen Eindruck.

Video: Pro-russische Kundgebung in Wien erlaubt, Ukrainer:innen von Polizei entfernt

Veröffentlicht wurde das Video auf dem Twitter-Account von „Info Resist“, einer ukrainischen Nachrichtenplattform. Darin zu sehen sind zwei junge Frauen mit ukrainischen Flaggen um ihre Schultern hängend, die von mehreren Polizisten begleitet den Stephansplatz verlassen. Daraufhin schwenkt die Kamera in dem auf Twitter mittlerweile mehr als 460.000 Mal aufgerufenen Video in Richtung der pro-russischen Kundgebung. Mehrere russische Flaggen sowie eine der ehemalige Sowjetunion sind hierbei zu erkennen.

Polizei reagiert auf Twitter: „Um eine Eskalation zu verhindern“

Die österreichische Polizei unterstützt pro-russische Stimmen und wendet sich gegen Anhänger:innen der Ukraine. Dieser unglückliche Eindruck entsteht zumindest bei diesem 16 Sekunden kurzen Video. In Wahrheit handelte es sich dabei nur um eine übliche Vorgehensweise der Einsatzkräfte, um alles Mögliche daranzusetzen, eine Eskalation zwischen den beiden Seiten zu verhindern.

Gestern wurde eine pro-russische Kundgebung am Stephansplatz abgehalten. In deren Verlauf mischten sich ca. 15-20 Menschen mit ukrainischen Flaggen. Zum Schutz aller Beteiligten, um eine Eskalation zu verhindern und den gesetzlichen Sicherheitsabstand von 50 Metern zu gewährleisten, wurden die Personen mit den ukrainischen Flaggen aufgefordert, den Bereich zu verlassen. Dieser Aufforderung kamen sie auch nach. Es wurden keine Personen festgenommen oder Flaggen sichergestellt.

Landespolizeidirektion Wien

Polzeifehler: Russische Demo hätte gar nicht stattfinden dürfen

Was das Verhalten auf der Kundgebung per se betrifft, hat die Polizei dem Anschein nach alles richtig gemacht. Ein Fehler ist den Verantwortlich allerdings doch passiert, und zwar bereits vor der Demonstration. Eine pro-russische Aktivistin hatte die Kundgebung nämlich im Rahmen eines Vereins angemeldet - ausgerechnet mit dem Titel „Arbeitsgemeinschaft humanitäre Ukrainehilfe“. Dazu wäre die Frau jedoch gar nicht befugt gewesen und die Versammlung hätte in dieser Form gar nicht stattfinden dürfen, teilte die Wiener Polizei am Dienstag (11. Mai) mit.

Seit mittlerweile mehr als zwei Monaten dauert die russische Invasion in der Ukraine an. BuzzFeed Austria hat bei der Flüchtlingshilfe „Train of Hope“ nachgefragt, wie es den nach Österreich geflüchteten Menschen geht und wie du weiterhin helfen kannst.

Auch interessant

Kommentare