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Damalige WhatsApp-Führungskraft gibt zu, den Verkauf an Facebook zu bereuen

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Von: Johannes Pressler

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YouTube-Screenshot von Neeraj Arora-
Der ehemalige WhatsApp-Vorsitzende Neeraj Arora ist jetzt vor allem als YouTuber aktiv. © Screenshot Youtube Neeraj Arora

Neeraj Arora war für viele Jahre Chief Business Officer von WhatsApp. Mittlerweile bereut er den Entschluss, den Messenger-Dienst an Facebook verkauft zu haben.

Mehr als acht Jahre ist es mittlerweile her, als das in Kalifornien gegründete WhatsApp-Unternehmen ausgerechnet vom Social-Media-Riesen Facebook geschluckt wurde. Knapp 17 Milliarden US-Dollar soll der Deal dem Facebook-Gründer Mark Zuckerberg im Jahr 2014 gekostet haben. Jemand, der im Verkauf vonseiten WhatsApp eine wichtige Rolle spielte, ist der ehemalige Chief Business Officer Neeraj Arora. Vor Kurzem gab der heute aktive YouTuber zu, den Deal zu bereuen.

Ehemalige WhatsApp-Führungskraft: „Facebook ein Frankenstein-Monster“

Gegründet wurde WhatsApp als Instant-Messaging-Dienst 2009 von den beiden US-Amerikanern Jan Koum und Brian Acton. 2011 stieß der zuvor bei Google arbeitende Neeraj Arora als Chief Business Officer hinzu. Bereits 2012 und 2013 sollen sie von Mark Zuckerberg und Facebook bezüglich eines möglichen Verkaufs angesprochen worden sein. WhatsApp lehnte jedoch stets ab und konzentrierte sich auf das eigene Wachstum.

2014 soll dann laut Arora aber ein Angebot von Facebook gekommen sein, das für beide Unternehmen mehr eine Partnerschaft anstatt einer Übernahme bedeutet hätte. Unter anderem auf der Liste des Angebots: keine Werbung, vollkommene Unabhängigkeit beim Produktdesign und ein Vorstandssitz für WhatsApp-Mitgründer Koum. Die Message von WhatsApp war klar, wie auf diesem Notizzettel von Mitgründer Acton aus der damaligen Zeit zu sehen ist.

Ein Notizzettel mit der Aufschrift „No Ads! No Games! No Gimmicks!“ und der Unterschrift von Brian Acton.
„Keine Werbungen, Spiele und Spielerein“, schrieb WhatsApp-Mitgründer Brian Acton zur Zeit der Verhandlungen mit Facebook. © Screenshot Twitter @neerajarora

Facebook soll mit den Bedingungen von WhatsApp einverstanden gewesen sein, man unterstütze die Mission und Vision des Messenger-Dienstes. Man würde mit den Daten verantwortungsvoll umgehen und Werbung bzw. Tracking würden keine Rolle spielen. Doch dann kam 2018 und der Skandal rund um Facebook und Cambridge Analytica. Das Datenunternehmen soll via Facebook zu illegalen Daten gekommen sein und Donald Trump beim Wahlkampf 2016 zum Sieg verholfen haben. Besonders erzürnt zeigte sich daraufhin WhatsApp-Mitgründer Acton.

Heute ist WhatsApp mit rund zwei Milliarden monatlich aktiven Userinnen und Usern neben Facebook die zweitgrößte Plattform des Meta-Unternehmens von Mark Zuckerberg - sogar mehr als Instagram und Facebook Messenger. Doch für Neeraj Arora sei WhatsApp heute nur „ein Schatten des Produkts, in das wir unser Herz ausschütteten, um etwas für die Welt zu bilden“ - und er sei nicht der einzige, der den Verkauf bereuen würde.

Eine weitere Plattform, die Facebook gehört, ist Instagram. Frauen werden hier massiv beleidigt, die Plattform handelt aber so gut wie nie.

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