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Ist das WLAN in der Deutschen Bahn besser geworden?

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Von: Jana Stäbener

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Das WLAN in der Deutschen Bahn fühlt sich an wie eine nervige On-Off-Beziehung. Aber warum eigentlich und was wird dagegen getan?

Wegen der häufigen Verspätungen, die bei der Deutschen Bahn (DB) vor allem im Sommer 2022 ein echtes Problem waren, stellte die DB spezielle Mitarbeitende ein, die gestresste Kunden beruhigen sollten. Sie sollten den Gästen ein besseres Fahrt-Erlebnis bei der Deutschen Bahn ermöglichen. Was zu einem guten Fahrt-Erlebnis auch gehört, ist stabiles Wlan. Das, so kam es uns bei BuzzFeed DE zumindest vor, hat sich in den vergangenen Wochen verbessert. Aber stimmt das? Und wenn ja: warum? Wir haken bei der Deutschen Bahn nach.

Wlan in der Deutschen Bahn ist wie „Weihnachten mit der Familie“

Immer mal wieder steht die Deutsche Bahn, vor allem wegen Verspätungen und Zugausfällen, in der Kritik. Deshalb kam zum Beispiel ein Harry-Potter-Tweet der Deutschen Bahn, genauso gut an wie Dolores Umbridge. Viele Gäste sind genervt, dass das WLAN in den Zügen der DB so unzuverlässig ist.

Ein:e Twitter-User:in schrieb beispielsweise im Oktober 2022: „Das WLAN im ICE erinnert mich immer an Weihnachten mit der Familie: Dir ist zu 100 Prozent klar, es wird nicht klappen, aber insgeheim hast du die Hoffnung, diesmal wird es anders, und am Ende bin ich nur gefrustet und werfe Dinge durch die Gegend.“

Auch wir von BuzzFeed sind ab und zu im ICE unterwegs. Häufig erlebten wir exakt das, was diese:r Nutzer:in beschreibt: Eine Art polyamore On-Off-Beziehung mit den WLAN-Netzwerken Wifi@DB und WIFIonICE. Doch in den vergangenen Wochen scheint es mit dem Internet irgendwie besser zu klappen – haben wir das Gefühl. Deswegen fragt BuzzFeed News DE bei der DB nach, woran das liegen könnte.

Deutsche Bahn macht ICE-Scheiben nach und nach mobilfunktransparent

Eine Sprecherin der Deutschen Bahn antwortet BuzzFeed News DE, dass uns auf diese Frage nur die Mobilfunkunternehmen Auskunft geben könnten. Die ICEs seien mit dem modernsten Stand der Technik ausgestattet. Man habe „leistungsfähige Antennen“ auf dem Dach der Züge und Signalverstärker (Repeater) in den Zügen, „die wir in Zusammenarbeit mit den Mobilfunkanbietern“ eingebaut haben.

„Eine Alternative zu den Repeatern sind neue, mobilfunkdurchlässige Fensterscheiben“, so die DB-Sprecherin. Neue Züge, wie den ICE 3neo, statte das Unternehmen von vornherein damit aus. „Aktuell arbeitet die DB daran, die Scheiben von vorhandenen Fahrzeugen durch nachträgliches Lasern mobilfunktransparent zu machen.“

Mann sitzt in der Deutschen Bahn und nutzt Wlan.
Das Wlan in der Deutschen Bahn scheint in den vergangenen Wochen besser geworden zu sein – so ist zumindest unser Eindruck. Aber warum? © Uwe Umstätter/Westend61/IMAGO

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Der Grund für schlechte Wlan-Verbindung: Funklöcher

Keine wirklich zufriedenstellende Antwort – finden wir. Wir haken bei großen deutschen Mobilfunkanbietern wie Telekom, Vodafone und Telefonica nach. Eine Sprecherin der Telekom sagt uns, sie freue sich über unsere E-Mail. Denn die Techniker:innen seien ja wirklich sehr mit dem Mobilfunkausbau beschäftigt, und würden sich freuen, wenn die Mobilfunkversorgung dann auch wirklich besser werde.

Seit Sommer 2021 habe die Telekom eine Kooperation mit der DB, erzählt sie. „Seitdem wurden rund 500 Mobilfunkstandorte im Bahnumfeld neu gebaut oder modernisiert.“ Auch auf den Strecken zwischen Hamburg und Berlin, Berlin und Frankfurt und Berlin und München, die wir im BuzzFeed-Team nutzen, seien „Lücken geschlossen und Kapazitäten ausgebaut“ worden.

„Das bedeutet: Das Mobilfunknetz der Telekom ist auf den ICE-Strecken inzwischen nahezu vollständig verfügbar. Von den etwa 7.000 Kilometern fehlen lediglich insgesamt noch 20 Kilometer.“ Funklöcher gebe es nur noch an wenigen Streckenabschnitten, verteilt auf Kleinstlücken von wenigen Hundert Metern. Diese Funklöcher seien dann eben der Grund, dass das WLAN im Zug zusammenbreche, denn das funktioniere – ähnlich wie ein Hotspot auf dem Handy – über Mobilfunk.

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„Wir haben unser Mobilfunknetz an den ICE-Strecken massiv ausgebaut“

Sowohl die Telekom, als auch Vodafone und Telefonica verweisen darauf, die Ausbau-Auflagen der Bundesnetzagentur (eine Versorgung mit mindestens 100 Mbit/s) zu erfüllen. „Wir haben unser Mobilfunknetz an den ICE-Strecken massiv ausgebaut. Allein in den letzten zwölf Monaten haben wir entlang des ICE-Streckennetzes in Deutschland mehr als 1300 Bauprojekte umgesetzt“, sagt ein Vodafone-Sprecher gegenüber BuzzFeed News DE.

Auch Telefonica spricht davon, das o2-Mobilfunknetz kontinuierlich auszubauen. „Einen Schwerpunkt legen wir auf den gezielten Netzausbau entlang von Bahnstrecken. In den vergangenen Monaten haben wir durch unseren Netzausbau die Mobilfunkversorgung entlang von Zugstrecken im gesamten Bundesgebiet deutlich verbessert“, teilt uns ein Sprecher mit. Man habe neue Mobilfunkstandorte errichtet, um Versorgungslücken zu schließen, und bestehende Standorte mit zusätzlichen 4G- und 5G-Kapazitäten aufgerüstet.

Diesen Netzausbau entlang der Schienenwege setze man weiter fort, so der Telefonica-Sprecher. Auch Vodafone verweist darauf, dass der Ausbau entlang der ICE-Strecken weitergehe. „Allein in diesem Jahr 2023 sind an den ICE-Strecken über 100 neue Mobilfunkstandorte im Vodafone-Netz geplant, um die Breitbandversorgung für die Fahrgäste noch weiter zu verbessern.“ Der Fokus der Telekom werde sich in Zukunft immer mehr auf die Regionalstrecken verlagern – da bei den ICE-Strecken deutschlandweit nur noch 20 Kilometer fehlten.

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